• Maria Keil-Grillmeier

Tipp 4: Verzeihe dir liebevoll deine Fehler.



Warum Fehler machen gut ist

Wenn du keine Fehler machst, dann sitzt du ganz tief in deiner Komfortzone. Bloß alles richtig machen. Bloß niemanden von den Kopf stoßen. Und bloß nichts machen, wofür du geschimpft wirst.


Wir lernen schon sehr sehr früh, dass Fehler bestraft werden müssen. In der Familie, der Schule, im Spiel mit Freunden, im Job. Aber wie soll sich dann etwas verändern in deinem Leben?


"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt."

Mahatma Ghandi


Veränderung bedeutet, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Also ja, es gibt Fehler, die darfst du machen. Und nein, du musst deswegen nicht alles falsch machen.


Aber wenn du kein Risiko eingehst, wirst du wenig lernen und dich weiter entwickeln können.

Fehler zu machen, zu scheitern und „falsche“ Entscheidungen zu treffen ist zunächst nichts Schlechtes. Wenn du etwas falsch machst, kannst du dazulernen. Wenn du immer alles richtig machst, dann nicht.


WICHTIG IST, dass wie du damit umgehst und was du daraus lernst.

Warum uns verzeihen so schwer fällt


Ich bin sehr christlich erzogen worden und damit mit der "Ursünde" aufgewachsen. Das hat sich für mich oft und vor Allem bei der Beichte so angefühlt, als ob ich nicht gewollt bin auf dieser Erde (Anm.: Das war mein Empfinden, ich möchte hier nicht für andere sprechen, die sich im christlichen Glauben wohl fühlen und darin ihre Kraft finden).


Und aufgewachsen mit Sätzen wie


  • Strafe muss sein.

  • Das verzeihe ich dir nie.

  • Wie konntest du mir das antun.

  • Der liebe Gott sieht alles, also sei ein braves Mädchen.

Deshalb bestand für mich der erste Schritt darin, meinen Eltern zu verzeihen, indem ich erkannte, dass sie es selbst nicht anders gelernt hatten und wirklich in ihrer ganzen Liebe für mich mein Bestes wollten.


Also mit jedem Fehler laden wir Schuld auf uns und Schuld muss erst gesühnt werden, bevor sie verziehen werden kann. Dieses Weltbild macht es uns schwer, uns selbst zu verzeihen, ohne dass wir "die Strafe" dafür ausgehalten haben.

Wie es trotzdem gelingt


Verzeihen ist kein einfacher Prozess. Verzeihen braucht Zeit.


Was es mir sehr erleichtert, mir immer wieder zu verzeihen und neu auf mich zu schauen ist das Wissen, dass ich das Geschehen nicht rückgängig machen kann. Es nicht mehr ändern kann. Und ich entscheide, ob ich mich dafür für den Rest meines Lebens quälen und mit einem weiteren Schuldgefühl herumlaufen möchte.


Also habe ich die Wahl,


🍀 ob ich mich schlecht fühlen möchte. Wem nutzt das? Was hat es für einen Sinn, mich dafür zu bestrafen?

🍀 Oder ob ich mir die Chance gebe, mir den Fehler einzugestehen und aus ihm zu lernen, mir selbst zu verzeihen und das Ereignis trotzdem zu würdigen.


Und dann schau ich, was ich Positives über mich finde. Trotz des Fehlers, oder sogar gerade deswegen.


Und ich schaue liebevoll auf mich selbst. Und bin milde mit mir, als Mensch.


So wie ich milde zu anderen sein möchte und wie ich mir wünsche, dass auch sie auf mich schauen.


Mir hilft dabei:


  • Mir den "Fehler", das Fehlverhalten einzugestehen. Es bringt nichts, wenn ich es beschönige oder mich ständig dafür rechtfertige.

  • Manchmal hilft auch aufschreiben, einfach in mein Journal ein paar Worte, warum ich mich gerade schlecht fühle. Oder einen Brief an mich selbst, dass ich mir verzeihe.

  • Und ich kann mir inzwischen sagen:"OK, ich habe einen Fehler gemacht. Aber trotzdem bin ich ein sehr liebevoller und hilfreicher Mensch.“

Gelingt mir nicht immer, aber immer öfter.


Und ist einen Versuch wert, meinst du nicht auch?

Das Wichtigste überhaupt


Ich schade mir nur selbst und trage den Ballast mir mir herum, wenn ich mir nicht verzeihe. Es nützt auch keinem anderen etwas. Mich für meine Fehler zu verurteilen und sie nicht los zu lassen, raubt meine Energie, belastet mein Umfeld UND schadet meiner Gesundheit.

KURZFASSUNG


  • Atmen, atmen, atmen.

  • Fünf DankbarkeitsMomente jeden Tag. Und wenn dir darüber hinaus noch mehr einfällt, schreib es auf. In dich reinspüren, wann und in welchen Situationen Nein sagen möglich und für deine "Selbstfürsorge" wichtig wäre.

  • Verzeihen, dir selbst und anderen, bringt mehr Liebe und weniger Groll in dein Leben.

  • Und überhaupt üben, üben, üben und Freude dabei haben.


Fang JETZT damit an, aufschieben gilt nicht.


Von Herz zu Herz, deine Maria

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