• Maria Keil-Grillmeier

Tipp 6: Du musst nicht jeden Menschen mögen.



Du musst nicht jeden Menschen mögen, aber was wäre, wenn du es könntest?

Das Schreiben und ich

Ich kann wunderbar schreiben über


  • eine hilfreiche Morgenroutine

  • das ayurvedische Frühstück

  • Atempraxis und wie sehr sie dir helfen kann im Alltag und überhaupt

  • wie Meditation dein Leben bereichern kann

  • Digital Detox

  • Wasser trinken am Morgen

  • ...

Aber bei diesem Thema #6 bin ich gerade etwas ratlos. Darum kommt der dieser Blogbeitrag auch erst jetzt Ende Dezember, weil ich so oft schon angesetzt habe, aber nicht fertig geworden bin.


Bei der Aufstellung der 10 Tipps zur Selbstfürsorge vor ungefähr einem Jahr schien es mir logisch, dass es Menschen geben darf, die ich einfach nicht mag. Es passiert mir häufig, dass ich diejenigen, die mir begegnen, schon beim ersten Eindruck beurteile. Und auch verurteile. Sie in Schubladen stecke. So nach dem Motto "wie oberflächlich ist die denn" oder "der verbreitet aber eine miese Laune". Oder umgekehrt, "boa, hat die aber tolles langes Haar" oder "wow, ist die aber chick angezogen".


Was dann passiert? Ich komme ins Vergleichen und vergleichen heißt gleichzeitig, mich abwerten. Was für mein Selbstwertgefühl nicht sehr förderlich ist. Und was dazu führt, dass ich einen Menschen ablehne, obwohl ich sie/ihn noch gar nicht näher kennengelernt habe.


Kennst du das auch? Das Gedankenkino, das einsetzt, wenn dein Gegenüber etwas in dir triggert? Ich fühle mich an etwas erinnert, an schlechte Gefühle, die ich früher erlebt habe. Zum Beispiel an Worte meiner Eltern wie "was willst du lange Haare, die sind doch viel zu dünn und außerdem steht dir das gar nicht". Und dann kommt der Neid oder auch die Abwertung von anderen, weil ich es nicht schaffe, den Trigger abzustellen.


Was ich allerdings immer bemerke ist, dass es mir damit nicht gut geht. Oder so herum, mir selbst geht es nicht besser, wenn ich über andere negativ denke. Es wertet mich selbst nicht auf.


Es macht mich selbst nicht zu einem besseren Menschen.

Neustart

Daher wünsche ich mir schon seit längerem für mich, aus diesem Muster auszusteigen und praktiziere das auch.


Nicht immer, aber immer öfter.


Wie ich das mache?


  • Zunächst frage ich mich, was genau das ist, was mich gerade so am anderen stört. Woher das kommt und an was es mich erinnert. Das hilft mir oftmals schon zu sehen, dass es nicht unbedingt die Person ist oder das, was sie macht oder sagt. Sondern mein eigenes Gedankenmuster, das damit in Gang gesetzt wird. Das lässt mich gnädiger werden und ich muss mich nicht auf das "Nichtmögen" versteifen. Denn es erzeugt Trennung und ich weiß, dass Trennung nicht unser natürlicher Zustand ist.

  • Und ich blicke auf mich selbst. Schau symbolisch in den Spiegel und sehe tatsächlich Eigenarten, die ich an mir nicht mag. Aber ist das ein Grund, mich abzulehnen? Ich möchte doch gnädig mit mir und meinen Fehlern sein.

  • Warum also nicht auch gnädig sein mit Verhaltensweisen von anderen? Einfach schauen, ob das Verhalten überhaupt etwas mit mir zu tun hat und hinterfragen, was diesen Menschen so werden hat lassen. Welche Gründe ihn so reagieren lassen. Vielleicht geht es ihm ja ähnlich wie mir, dass ich etwas in ihm auslöse, was alte Erinnerungen weckt oder ein altes Muster aufleben lässt.

  • Atmen, atmen, atmen und in mein Herz spüren und mich milde werden lassen. Es tut mir nicht weh, wenn ich die Schublade zulasse.

Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist.

(Weisheit aus Nordamerika)

Wie ich es sehe


Ich wünsche mir für mich, dass ich alle Menschen, die mir in meinem Leben begegnen, mit den Augen der Liebe betrachten kann. Dann kann ich auch mich selbst liebevoller annehmen.


Trotzdem darf ich entscheiden, wen ich näher in mein Leben lasse und mit welchen Menschen ich mich umgebe. Damit ich in der Freude bleibe, sollen es die sein, die ich wertschätze, dich ich liebe, die mir liebevoll und ohne Wertung meine "Fehler" spiegeln und die mich trotzdem so annehmen, wie ich bin.


Aber was ist mit all denen, die wirklich Verwerfliches tun und anderen körperliches und seelisches Leid zufügen. Diese Frage konnte ich für mich noch nicht klären. Vielleicht hast du ja eine Idee dazu und magst mir schreiben.


KURZFASSUNG


  • Atmen, atmen, atmen.

  • Fünf DankbarkeitsMomente jeden Tag. Und wenn dir darüber hinaus noch mehr einfällt, schreib es auf.

  • In dich reinspüren, wann und in welchen Situationen Nein sagen möglich und für deine "Selbstfürsorge" wichtig wäre.

  • Verzeihen, dir selbst und anderen, bringt mehr Liebe und weniger Groll in dein Leben.

  • Sei du selbst. Du bist wunderbar und einzigartig.

  • So wie du milde zu dir selbst bist, darfst du auch milde zu anderen sein.


Von Herz zu Herz, deine Maria


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